Das Karpfenfieber hat mich

Es ist Anfang August, seit Wochen fieberte ich schon auf diesen Tag hin. Der letzte Arbeitstag ist gerade geschafft und ich finde mich im Supermarkt wieder. Der Einkaufswagen für Südfrankreich ist schon prall gefüllt und doch habe ich kaum etwas von meiner Einkaufsliste gestrichen. Wie um alles in der Welt, soll ich das nur in die beiden dafür bereitgestellten Boxen bekommen…

Es hilft nichts, einige Leckereien kamen noch dazu und schon ging es weiter. Nachdem ich die Carte de Pêche ausgedruckt und die Boote aufladen hatte, war das Gröbste geschafft. Resümierend komme ich an dieser Stelle immer wieder zum selben Ergebnis: Für so einen Aufriss ist eigentlich dringend ein Van nötig!

Es ist drei Uhr morgens, schlaf fand ich in der letzten Nacht eher weniger. Die Aufregung stieg mit jeder Minute und so beschäftigte ich mich lieber mit Rigs als mit ausruhen, denn das könnte ich schließlich noch die ganze nächste Woche. Noch schnell Eiswürfel an der Tanke geholt und schon ging es ab auf die Piste. Die 980 km nach Südfrankreich spulten wir problemlos in knapp 9 Stunden ab und standen voller Tatendrang auf rotem Sand an neuen Ufern. Die Boote hatte ich bereits während der Fahrt drei Mal in Gedanken geladen und so wusste ich genau welches Teil wo hin gehörte um den begrenzten Platz bestmöglich zu nutzen. Ich sage nur Tetris für Fortgeschrittene 😉

Volle Kraft voraus?

Auf dem Wasser wurde mir leider schnell klar, dass ich für so einen See, mit diesen Ausmaßen völlig untermotorisiert war – wer jetzt im Nachgang also einen günstigen E-Motor sucht kann sich gerne bei mir melden 😉 

Alles Fluchen half nichts, nach nochmals gefühlten 9 Stunden Bootsfahrt kamen wir endlich an einem echt hübschen Fleckchen Erde an. Auf Grund des anhaltenden Windes wollte ich erst einmal mit dem Aufbau des Camps beginnen, in der Hoffnung, dass sich der Wind in der Dämmerung noch etwas beruhigen würde. 

Wir gingen es also echt entspannt an, hatten schließlich jede Menge Zeit und wollten uns erst einmal stärken, ehe ich mich dann doch bei dem noch anhaltenden lauen Lüftchen auf Spotsuche begab. Rigs hatte ich ja schon fertig und wollte es an jeder Ruten mit einer unterschiedlichen Taktik versuchen. Popi, Wafter, Single-Hook oder Partikel, was würde das Rennen machen?! Da würde schon was laufen. Optimistisch gingen wir in die erste Nacht in Südfrankreich. 

Es läuft!

Und ja, gleich in der ersten Nacht wurde ich durch einen Dauerton aus meiner Funke aus dem Schlaf gerissen. Ich nahm die Rute auf und folgte dem Fisch bereits mit dem Boot, als plötzlich die Schnur schlaff wurde: “Ausgestiegen – Neeein nicht gleich der erste Lauf…”

Das Rig kam wieder an dieselbe Stelle und ich wieder in die waagerechte. Ich versuchte mir einzureden, dass das nicht wieder passieren würde, doch leider muss ich euch schon sagen, ich habe noch 3 weitere Läufe dieser Rute verkackt… Absolut entnervt wechselte ich schließlich noch das Rig, doch auch das brachte keine Verbesserung mit sich. Ich bekam einfach keinen Fisch zu Gesicht. Was alles nicht gerade besser machte, war der immer stärker werdende Wind, der mich beim Ruten legen in tieferen Bereichen ganz schön in die Knie zwang. Es lief einfach 😉 

Time to move

Für 5 Tage hatten wir uns Essenstechnisch eingerichtet, danach wollten wir wieder frische Lebensmittel einkaufen und weiter ziehen. Da es mit den Fischen für mich derzeit ohne hin miserabel lief hatte ich auch kein Problem damit etwas Abwechslung zu bekommen.

Wir beluden also das Boot, im Anschluss dann das Auto und machten uns erneut auf die Reise, zu einem weiteren Juwel in Südfrankreich. 

Leider lief es auch dort nicht besonders rund. Eine aufgeplatzte Naht an meinem Faltboot beendete obendrein noch kurzfristig das ganze Vorhaben. Nach einer spontanen Nacht direkt am Parkplatz, bei unschöner Atmosphäre entschieden wir uns schließlich schweren Herzens abzubrechen und zurück zu fahren, um uns wenigstens noch ein paar schöne Tage zu Hause zu machen. Manchmal soll es eben nicht sein und auch das gehört dazu, denn in solchen Situationen lerne ich echt am meisten und schöpfe schlussendlich neue Motivation für die nächsten Trips…

Home sweet home – Zurück aus Südfrankreich

Geschlagen wollte ich mich dann übrigens doch noch nicht geben und so zog es mich schon am nächsten Morgen zurück an mein Hausgewässer, wo ich dann Instant direkt diese Bombe abschöpfen durfte. War das nun die Entschädigung für alles oder einfach nur Schicksal, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein? Spielt keine Rolle, ich war meeeegaaaa Happy und konnte die Klatsche in Südfrankreich so deutlich besser verdauen. 

Also bleibt dran CHEERS, euer Axel.


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