Von Pascal Bouillon

Ihr kennt bestimmt die Geschichte von Michel aus Lönneberga, der seine Schwester Ida am Fahnenmast hinaufzog, oder? Der Bengel wollte wissen, wie weit die Welt über den elterlichen Hof hinausreicht, wenn man dort oben am Ende der Fahnenstange hängt.

Ich bin jetzt 35 Jahre alt und fische seit 1996 mit Boilies auf Karpfen. Im vergangenen Herbst habe ich mein ganz persönliches Ende der Fahnenstange erreicht. Und davon will ich euch erzählen.

Nach einem bereits sehr erfolgreichen Herbst, ging ich vollkommen entspannt in meinen großen Urlaub. Da ich kurzfristig private Verpflichtungen bekommen hatte, fiel der Trip in den Süden aus und ich entschied mich für ein Gewässer in näherer Distanz zu meinem Wohnort.

Ich ließ mich nicht stressen und verbrachte den vollen ersten Tag nur mit Location und Vorbereitungen. Als dann mitten in der Nacht noch Marius hinzustieß, war das Tag-Team des Frühjahrs wieder vereint.

Kennt ihr das Gefühl, wenn man an ein Gewässer fährt und sich mental schon mit einem Blank anfreundet? Ich ja, denn um ein solches Gewässer handelte es sich. Der Luftdruck lag bei „hervorragenden“ 1030 hpa – es konnte eigentlich nur schiefgehen.
Und wie so oft kommt es anders, als man denkt. Wenn ich eins mitnehme aus dieser Session, dann, dass man locker bleiben muss. Dinge, die man verändern kann, sollte man ändern. Ist man jedoch machtlos, dann muss man sich arrangieren. Nicht zuletzt geht es doch meistens darum, das Maximum aus den Umständen herauszuholen und die „Was-Wäre-Wenn-Frage“ aus dem Kopf zu verbannen, right?

Wir staunten nicht schlecht, als Marius nach nur wenigen Stunden den ersten Run hatte und dieser gleich mit 28kg ein echter Gigant war. Gar nicht mal schlecht, wenn der Trip schon nach wenigen Stunden zum Erfolg wird, und der Rest nur noch Bonus ist!

Wir waren perplex, denn auch in den folgenden Tagen gingen uns regelmäßig Fische an den Haken. Gemäß meinen bisherigen sehr sporadischen Besuchen an diesem See, hätte ich das so niemals erwartet! Tatsächlich fragten wir uns nicht lange, womit dies wohl zu tun hatte. Wir könnten jetzt schreiben, dass es an unserer ausgeklügelten Super-Taktik lag. Oder dass wir einen Wunder-Boilie verwendeten. Doch das wäre gelogen. Fakt ist, wir wissen es bis heute nicht, warum der See auf einmal „on fire“ war. Wir gaben uns einfach Mühe, so perfekt und sauber wie möglich zu angeln, denn eine solche Gelegenheit muss man nutzen und zu 100% effektiv angeln.

Nach vier Tagen hatte jeder bereits einige gute Fische gefangen. Als ich meine Long-Range Rute am Abend des vierten Tages auslegte, beschloss ich, diese auf den Spot zurückzulegen, auf dem ich am zweiten Tag einen riesigen Wels gefangen hatte. Für gewöhnlich versetze ich in solchen Fällen die Rute immer um einige Meter. Die wundersame Eingebung, wieder auf dem Wels-Spot abzulegen, kam spontan und sollte mein Angelleben auf Kopf stellen. Warum? Lest selbst, wie es im zweiten Teil weitergeht…


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